CHORONIK

 

Die Vereinsgründung 1885

In der Mitte des 18ten Jahrhunderts begann als Folge der Französischen Revolution und ihres geistigen Ursprungs der völlige Umbruch des bestehenden festen Kultur- und Gesellschaftslebens. Überlebte Bräuche, Feste, Verpflichtungen und Bindungen im Rahmen der Gemeinde, des Staates, der Kirche oder der Zünfte wurden aufgelöst. Schon bald suchte sich das befreite Individuum aber einen Ersatz für das gelockerte Gemeinschaftsleben. Kulturelle, gesellige und auch soziale Interessen brachten Gleichgesinnte in freiwilligen Aktivitäten zusammen. So entstanden Musikvereine, die Freiwillige Feuerwehr, Gesang-, Wander- und Sportvereine. Heinrich Kunzelmann zeichnete in seiner Chronik 1925 ein lebendiges Bild der Vereinsgründung. Sie fällt zusammen mit der Einwanderung oberfränkischer Industriearbeiter 1883 in das Wehratal. Sie brachten ihre Erfahrung und ihre Liebe zum Turnen mit, „sie kannten genau die fördernde Wirkung desselben auf Körper und Geist". Kaum niedergelassen, fanden unter Gleichgesinnten bald erste Besprechungen zwecks Gründung einer Turngemeinde statt. Am 7. August 1885 verkündete man öffentlich:

Es haben sich unterm heutigen mehrere Freunde, welche früher als Turner wirkten, entschlossen, hier in Wehr einen Turnverein zu bilden und setzen folgendes fest:

a) Die Statuten sollen bei der hiesigen Polizeibehörde eingereicht werden

b) Zur Turnratswahl werden folgende Herren vorgeschlagen: 1. Vorstand: Hugo Martin Ackermann
   Turnwart: Johann Pechstein
   Schriftwart: Fritz Weber
   Rechner: Thomas Ackermann
   Zeugwart: Nikolaus Pfortsch

 

Der Turnverein Wehr war geboren. Eine Woche später waren die Statuten ausgearbeitet und nach vier Wochen sogar bereits genehmigt. Ein Auszug daraus: „Turnen lehrt die einfache und zusammengesetzte Körperbewegung, dem ganzen Körper Kraft und Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse zu vermitteln und Körper und Geist zu stählen und zu festigen." Schnell wuchsen im Ort das Interesse am Turnen und die Zahl der Mitglieder. Bei einer Aufnahmegebühr von l Mark und Monatsbeiträgen von 50 Pfennig zählte der Verein ein Jahr später schon über 30 Mitglieder. Strenge Zucht und Ordnung herrschten damals: wer sich nicht „turnergemäß" aufführte, wurde rücksichtslos ausgeschlossen. Fehlen bei Versammlungen und Turnstunden bedeuteten 20 Pfennig Strafe. Wehe dem Turner, der beim Betreten oder Verlassen des Turnraumes im „Hirschen" nicht den vorschriftsmäßigen Turnergruß entbot! Ein einfacher Holzbarren sowie ein plumpes Turnerpferd, genannt „Bock", waren die ersten Geräte.

Am 1. Juni 1887 wurde der Verein in den Markgräfler Turngau aufgenommen. Das erste Jahrzehnt zeichnet sich durch kontinuierliches Wachstum des Neugeborenen aus; die Mitgliederzahl wuchs auf 136, es wurden Turnkleider, Abzeichen, Turnstäbe, Reck und Sprungmatten angeschafft, Veranstaltungen wie Preiskegeln, Wanderungen, Unterhaltungsabende, Wettkämpfe und Turntage organisiert oder besucht.

Frischen Wind nach dem Motto „Vorwärts und Aufwärts" brachte Ludwig Schirmeier als neuer 1. Vorstand 1891 ins Wehrer Turnen. Dazu gehörte auch die Vereinsfahne, für die Frieda Brugger und Emilie Jäger unermüdlich Gelder sammelten.

Anläßlich des ersten Turnfestes am 14. August 1892 konnte die von Fritz Zschau gemalte Fahne feierlich übergeben werden. 500 Turner waren damals in der Stadt. Beim Festbankett übergab der Gauvorsitzende Klink zu aller Überraschung einen Backstein, verziert mit einem Hundertmarkschein, den Fabrikant J. Raphael Schenz (MBB) dem Verein als Grundstein für eine Turnhalle schenkte. „Des Jubels wollte kein Ende sein,und man versäumte auch nicht, dieses Ereignis kräftig zu begießen." Im folgenden Jahr bat Schirmeier die Gemeinde um Überlassung eines Turnplatzes. Seinem unermüdlichen Drängen verdankte der junge Verein den Übungsplatz auf

dem Schulgartengelände. Am 25. September 1897 erfolgte der Eintrag ins Grundbuch auf unbefristete Überlassung eines Bauplatzes eben dort zur Erstellung einer Turnhalle für den Vereins- und Schulsport. Die Stadt verpflichtete sich darin, einmalig 300 Mark und 50 Mark pro Jahr an den Unterhaltskosten zu zahlen.

Turnbetrieb unter eigenem Dach

Kaum hatte Schirmeier die Zusage der Gemeinde für den Platz erhalten, rief er 1895 eine Kommission zum Bau einer vereinseigenenen Turnhalle ins Leben. Ihr gehörten prominente Wehrer Bürger und TV-Förderer an: Medizinalrat Dr. Kerner, die Fabrikanten Karl Friedrich Rupp, Friedrich Herose und Hermann Neflin sowie Berthold und Karl Friedrich Trefzger. Die Turner selbst besorgten den Aushub, und durch selbstlosen Einsatz hatten sie bald ein Dach über dem Kopf. Den Schlußstein bildete ein mit lauter Goldstücken belegter Ziegelstein - insgesamt 500 Mark - eine Spende von J. R. Schenz. Der Turnbetrieb erhielt durch die zentral gelegene Halle und neu angeschaffte Geräte rege Anteilnahme und Zulauf aus der ganzen Gemeinde; zur Jahrhundertwende zählte man 150 Mitglieder, wenig später war das zweite Hundert erreicht. Ein reger Übungsbetrieb in der Halle und den Anlagen daneben brachte gute Leistungen und Erfolge der Turner und Leichtathleten bei Festen und Wettkämpfen.

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